Es ist Samstag, noch gar nicht so spät und ich bin da.
Ich bin da, bleibe für eine Woche und habe noch keine Ahnung was mich
eigentlich erwartet.
Da ist das Goitzsche Camp und ganz genau das
internationale Jugendcamp, das sich dieses Jahr in Deutschland stattfinden
lässt und mich als Betreuer und Workshop -Leiter bei sich hat.
Polen, Russland, Frankreich, Italien und Deutschland
versammeln sich für eine Woche um nicht nur das Camp-Leben sondern auch die
Völkerverständigung am eigenen Leib zu erleben und nebenbei auch noch Kunst zu
erschaffen. Ein Vorhaben, das sich noch gar nicht so groß anfühlen will und
mich damit in einer Sicherheit wiegt, die ich schon bald nicht mehr so
verspüren werde wie ich es gerne hätte. Aber wir sind ja noch bei Samstag und
da waren ankommen, begrüßen und beschnuppern angesagt. Die Grüppchen orientierten
sich nach den Muttersprachen und nur einige alte Bekanntschaften, konnten einen
Eindruck davon vermitteln, was eine Woche Zusammenleben aus Fremden machen
kann.
Vom Abend mit Begrüßung und Applaus will ich hier mal
nicht erzählen, ich denke das wäre nur eine Variation des bekannten Protokolls und
muss nicht extra besprochen werden.
Ich komme dann mal gleich zum Sonntag. Der ließ sich, wie
auch alle anderen Tage, sehr früh begrüßen und in mir Zweifel an meiner
körperlichen Konstitution und einer Woche im Zelt aufkommen. Der Körper durch
viele kleine Wehwehchen omnipräsent, guckte ich mir den frühmorgendlichen Badegang
auch nur aus der Entfernung an und übte mich in Respekt für Diejenigen die sich
zu einer Zeit, die noch keine zwei Ziffern braucht, im Wasser tummelten.
Frühstück gab es dann auch bald und so geplant wie
gefühlt plötzlich ging es auch schon los mit der Routine und den täglichen
Workshops und der Erkenntnis, dass eine sprachliche Barriere nur eingerissen
werden kann, wenn man sich auch traut mit den Worten zu werfen die auf der
anderen Seite ankommen sollen. Englisch, Deutsch und eher verwirrende Gesten
konnten aber dafür sorgen, dass jeder seine Aufgaben erfasste und wir uns auch
ganz locker an diese machen konnten. Und das war nicht anderes als Beobachten, die Fortschritte wahrnehmen um sie dann später für den Rest der
Welt auf Papier zu bannen. Nebenbei den Fotografen in sich entfesseln um dem Ganzen
noch eine optische Seite zu verpassen. Dass man dabei auch spazieren gehen und
das Wetter genießen kann, wirkt nur dann gemein, wenn man weiß, dass der
Großteil der jugendlichen Teilnehmer sich auf einer Baustelle daran machte,
einem Kunstwerk den Untergrund zu bereiten.
Der Rest des Tages, war dann auch dem Wetter gewidmet und
der Erfahrung, dass Volleyball keine Vokabeln braucht.
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