Sonntag, 2. September 2012

Die Leiden eines Betreuers Teil 1 Ankommen und beachen


Es ist Samstag, noch gar nicht so spät und ich bin da. Ich bin da, bleibe für eine Woche und habe noch keine Ahnung was mich eigentlich erwartet.
Da ist das Goitzsche Camp und ganz genau das internationale Jugendcamp, das sich dieses Jahr in Deutschland stattfinden lässt und mich als Betreuer und Workshop -Leiter bei sich hat.
Polen, Russland, Frankreich, Italien und Deutschland versammeln sich für eine Woche um nicht nur das Camp-Leben sondern auch die Völkerverständigung am eigenen Leib zu erleben und nebenbei auch noch Kunst zu erschaffen. Ein Vorhaben, das sich noch gar nicht so groß anfühlen will und mich damit in einer Sicherheit wiegt, die ich schon bald nicht mehr so verspüren werde wie ich es gerne hätte. Aber wir sind ja noch bei Samstag und da waren ankommen, begrüßen und beschnuppern angesagt. Die Grüppchen orientierten sich nach den Muttersprachen und nur einige alte Bekanntschaften, konnten einen Eindruck davon vermitteln, was eine Woche Zusammenleben aus Fremden machen kann.
Vom Abend mit Begrüßung und Applaus will ich hier mal nicht erzählen, ich denke das wäre nur eine Variation des bekannten Protokolls und muss nicht extra besprochen werden.
Ich komme dann mal gleich zum Sonntag. Der ließ sich, wie auch alle anderen Tage, sehr früh begrüßen und in mir Zweifel an meiner körperlichen Konstitution und einer Woche im Zelt aufkommen. Der Körper durch viele kleine Wehwehchen omnipräsent, guckte ich mir den frühmorgendlichen Badegang auch nur aus der Entfernung an und übte mich in Respekt für Diejenigen die sich zu einer Zeit, die noch keine zwei Ziffern braucht, im Wasser tummelten.
Frühstück gab es dann auch bald und so geplant wie gefühlt plötzlich ging es auch schon los mit der Routine und den täglichen Workshops und der Erkenntnis, dass eine sprachliche Barriere nur eingerissen werden kann, wenn man sich auch traut mit den Worten zu werfen die auf der anderen Seite ankommen sollen. Englisch, Deutsch und eher verwirrende Gesten konnten aber dafür sorgen, dass jeder seine Aufgaben erfasste und wir uns auch ganz locker an diese machen konnten. Und das war nicht anderes als Beobachten, die Fortschritte wahrnehmen um sie dann später für den Rest der Welt auf Papier zu bannen. Nebenbei den Fotografen in sich entfesseln um dem Ganzen noch eine optische Seite zu verpassen. Dass man dabei auch spazieren gehen und das Wetter genießen kann, wirkt nur dann gemein, wenn man weiß, dass der Großteil der jugendlichen Teilnehmer sich auf einer Baustelle daran machte, einem Kunstwerk den Untergrund zu bereiten.
Der Rest des Tages, war dann auch dem Wetter gewidmet und der Erfahrung, dass Volleyball keine Vokabeln braucht.

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