Der Betreuer und der Schlaf, können ja mal gute Freunde
gewesen sein. Je länger der Betreuer Betreuer ist, umso mehr entfernt er sich
von seinem Freund und schon bald kennt man sich nur noch flüchtig und hat nicht
mehr viel miteinander zu tun.
Einen Höhepunkt dieser Entwicklung war dann auch der
Dienstag der sich zwei Stunden früher als die anderen Tage ins Zelt schlich und
einem den Schlafsack vom kalten Leib zerrte. Aber gut, wer nach Berlin und dort
dann auch was von der Stadt haben möchte, sollte schon die Zeit nutzen die
einem da gegeben wird.
Dusche, Frühstück und die dahinschlurfende Jugend mit
einem Lächeln begrüßen, alle in den Bus stopfen und aus dem Fenster gucken. Den
Stau ignorieren und dann endlich vor dem Reichstag stehen der unser erstes Ziel
war und auch gleich der kulturelle Höhepunkt.
Von draußen sah er dann auch aus wie man ihn kennt und
von drinnen ebenso wie man ihn sich vorstellt. Moderne Kunst und sehr hohe Türen
auf dem stillen Ort, konnten einen dann schon mal beschäftigen und dann gab es
ja auch noch eine Führung, die uns erklären sollte, warum hier was wie ist und wer
das so wollte. Die Führung war dann auch auf Englisch und ich wohl immer noch
ein wenig müde, weswegen ich jetzt nicht den genauen Wortlaut von dem guten
Herren wiedergeben kann. Ich weiß nur, ich fand es gut und der Reichstag hat
mehr zu erzählen als man so weiß, auch wenn ich diese Meinung nicht mit allen Geführten
teile. Wo wir uns aber alle sicher sind: „Der Typ sieht aus wie ein Schauspieler.“
Auf dem Dach wo das Gewächshaus ohne Blumen steht, war es
dann auch noch mal schön, weil ein toller Ausblick und so.
Der nächste Höhepunkt waren dann Kaninchen auf einer
Wiese. Echt jetzt, die sind da alle hin
und haben die geknipst.
Der Rest von Berlin gehört zu den typischen Abläufen die eine
junge Reisegruppe eben hinter sich bringt wenn man denn mal in der Hauptstadt
ist. Shopping. Also alle versammeln, Zeit und Ort ausmachen und dann geht jeder
seiner Wege. Früher wäre ja mein Weg der des Shoppenden gewesen und ich hätte
mich in einer Welt von Tand und Naschwerk verloren. Da ich aber keine 16 mehr
bin und nun auf der anderen Seite der Aufsichtspflicht stehe ging ich mit den
anderen Betreuern (also denen ohne drang zum Einkaufen) und wir machten das was
Betreuer machen, wenn keiner guckt. Ich muss zugeben es war schon einen neue
Erfahrung und damit habe ich auch wieder eines der großen Mysterien meines
Lebens entschlüsselt. Aber das will ja dann doch keiner lesen.
Nachdem wir das erste Shopping hinter uns hatten, ging
es auch gleich weiter zum Zweiten und das Spiel begann von vorne. Der
Betreuerstab ging jetzt selber auch auf Shoppingtour und das nur wegen mir.
Wollte ich doch noch ein Souvenir für jemanden mit nach Hause bringen und schon
schleppte sich die ganze Bande durch die Shops der Stadt. In Berlin wird man
dann auch irgendwann mal fündig und nicht viel später, fanden wir uns schon im
Bus auf dem Weg zurück ins Camp. Müde und um einen Hauptstadtbesuch reicher gab
es dann noch Ratespiele im Bus und einen Typen der alle mit seiner Kamera
nervte.